Wir hatten uns entschieden
und so hörten wir uns um, wie ist der Weg zu einem Pflegekind.
Beim Jugendamt unserer Stadt besuchten wir einen Vorbereitungskurs, der uns über die auf uns zukommenden Sachverhalte
vorab informierte.
Der Kurs war gut besucht und mir drängte sich nach dem Kurs der
Verdacht auf, dass bei so einer großen Bereitschaft Pflegekinder
aufzunehmen, eigentlich die Heime erheblich leerer sein müssten.
Nun, das Jugendamt füllte einen Bewertungsbogen über
unsere Familie aus, dieser viel auch sehr gut aus.
Nun dachte ich, nach unserer Beurteilung dürfte ein Kind schon nach kurzer
Zeit das Heim verlassen.
Aber dieses stellte sich als riesengroßer Irrtum heraus
und wir waren nicht die einzigen !!!
Wir wurden selbst aktiv und bewarben uns
bei fast 10 Jugendämtern, bei denen wir auch persönliche Gespräche
führten.
Mir fiel als erstes auf, wie unterschiedlich das Info - Material war, das die
Pflegeeltern an die Hand bekamen. Positiv ist hier das Info - Material der
Stadt Herten zu erwähnen.
Es wurde im Zuge der Kostenumstrukturierung von der Landesebene auf die
Kommune, mit Förderung des Landes NRW erstellt. Warum diese Broschüren
nur in Herten verteilt werden und nicht bei vielen Jugendämtern, bleibt
das Geheimnis der NRW-Verwaltung.
Zwei Antworten möchte ich hier anführen, die deutlich zeigen, welches
Interesse besteht, Kinder in Familien zu vermitteln. Beide Antworten stammen
nicht aus Gladbeck/ Herten.
Nach dem der Sachbearbeiter aus den Urlaub zurück kam, rief meine
Frau ihn an und fragte, wie der Stand wäre.
Sachbearbeiter des Jugendamtes: "Mir steht die
Arbeit bis zum Hals, ich habe hier auf meinem Schreibtisch einen Riesenstapel und
ihr Antrag liegt ganz unten." Ende des Gesprächs.
Sachbearbeiterin eines Jugendamtes: "Ich bin
hier nur als Halbtagskraft und kann den Riesenstapel nur langsam
abarbeiten."
Pflegekinder im Heim kosten bis ca. 300 DM/Tag. Pflegeeltern bekommen
hiervon einen minimalen Bruchteil. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass ein
Mitarbeiter im Pflegekinderdienst bis zu ca. 9 Vermittlungen/Jahr
betreibt, ist das Sparpotenzial der überschuldeten Kommunen deutlich
sichtbar. Wenn man jetzt noch das eigentlich, an erster Stelle
kommende Kindeswohl betrachtet, müsste man offene Türen
einrennen, doch wie immer, wird am falschen Ende gespart. Auf Kosten der
Kinder und der Kommunen.
* Hier
wird deutlich, die Vermittlung müsste wie in Holland auch, mindestens pro
Bundesland zentral geregelt werden, zumindest die Finanzierung/Bewerber/Heimkinder
* Die Jugendämter müssen
personell aufgestockt werden.
*Qualitativ
gutes einheitliches Infomaterial für Pflegeeltern