PCB`s an Schulen
Gefahr für Schüler und Lehrer

PCB-Belastungen an Schulen machen immer wieder
Schlagzeilen. Eine ZDF-Recherche erbrachte, dass ungefähr 15 000 deutsche
Schulen, also ca. 1/3, PCB-belastet sind. Es handelt sich dabei um Gebäude,
die zwischen 1960 und 1975 erbaut wurden.
PCB ist eine synthetische
Chemikalie, die aus 209 Einzelverbindungen besteht. PCB`s gehören zu den
sog. „Dauergiften“ die sich in der Nahrungskette anreichern und
inzwischen weltweit verbreitet sind. In öffentlichen Gebäuden wurden sie
vor allem als Weichmacher in Dichtmassen oder als Flammschutzmittel
eingesetzt. PCB`s gelten als immunschädigende, neurotoxische, den
Hormonhaushalt angreifende und auch krebserregende Substanz. Nach der
hessischen PCB- Richtlinie gelten PCB-Werte bis 300ng/cm3 als tolerabel,
bei Werten zwischen 300 und 3000 ng/cm3 sind Sanierungsmassnahmen
innerhalb von 2 Jahren notwendig, bei einer Konzentration von mehr als
3000 ng/cm3 sollen Räume schlossen werden. Viele Schulen sind aber bis
heute nicht untersucht.
Dabei sind
die gesundheitlichen Auswirkungen längst enorm. Beispiele belasteter
Schulen wie die Friedrich-Ebert-Schule in Baunatal, die Gesamtschule
Neutraubling oder die Gesamtschule Rodenkirchen zeigen eine hohe Krebshäufigkeit
und viele Todesfälle bei Lehrern. Eine GEW-Umfrage an 78 Wiesbadener
Schulen erbrachte einen eindeutigen Zusammenhang von Krankheitshäufungen
und PCB-Belastungen in Schulen.
Noch
schlimmer sind natürlich die Auswirkungen auf Kinder, die auf Schadstoffe
viel empfindlicher reagieren. Untersuchungen zeigen, dass es einen
eindeutigen Zusammenhang zwischen Lern- und Verhaltensstörungen – die
Meldungen darüber häufen sich – und PCB-Belastungen gibt.
Die Jacobsen-Jacobsen Studie
(USA 1984) erbrachte den Beweis, dass PCB-Belastungen im Mutterleib (pränatal)
Auswirkungen auf die Auffassungsgabe und die Gedächtniskapazität, auf
Hör- und Sprachentwicklung bis zum 11. Lebensjahr haben.
Die holländische Studie von
Panatin u. a. zeigte einen deutlichen Zusammenhang zwischen perinataler
PCB-Belastung (nach der Geburt durch Muttermilch) und Entwicklung des
neurovegetativen Systems verbunden mit Verhaltensstörungen.
Die Eltern der jetzigen Schülergeneration
besuchten damals die PCB-belasteten Neubauten. Die dadurch vorgeschädigten
Kinder besuchen heute immer noch belastete Schulgebäude und reagieren
somit auf die Schadstoffe umso heftiger.
Da PCB`s (nach Dr. Kuklinski)
die Synthese von Nervenbotenstoffen hemmen, ist u.a. beim Besuch dieser
Schulen die Motorik und das lymbische System (Nachlassen der geistigen
Leistungsfähigkeit, der Konzentrationsfähigkeit...) betroffen. Die
unmittelbare Einwirkung der PCB`s bei Einatmung zeigt eine Untersuchung
von Apfelbach 1998; der Nachweis, dass PCB`s über den Riechnerv
aufgenommen und im Gehirn angereichert und gespeichert werden.
PCB-belastete Schulen sorgen
somit für ein SSS-Syndrom – „Sick-School-Syndrom“- bei Schülern
und Lehrern mit gravierenden Auswirkungen auf die Gesundheit, aber auch
auf die geistigen Fähigkeiten. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass
neben den PCB`s noch viele weitere Schadstoffe (Formaldehyd, PCP, Phtalate,
Mineralfasern,...) für die chronisch-schleichende Gefährdung von Schülern
und Lehrern verantwortlich sind.
Kinder sind die Zukunft
unseres Landes. Nur gesunde und leistungsfähige Kinder (und Lehrer) können
diese Zukunft sichern. Der immer wieder beschworene Weg in die sog.
„Wissensgesellschaft “ erfordert vor allem gesunde
Bildungseinrichtungen, um überhaupt die Voraussetzungen dafür zu
schaffen. Das vorhandene Problem weiterhin zu verharmlosen oder zu
negieren ist unverantwortlich!